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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel „Kloster_Gotteszell_(Württemberg)“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia in der Version vom 3. Dezember 2010 [importiert am 24. Dezember 2010 (Permanentlink)] und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC-BY-SA 3.0). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Datei:Gotteszell gmuend kirche.jpg

Das Dominikanerinnenkloster Gotteszell lag außerhalb der Stadtmauern der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd und wird heute als Frauen-Strafvollzugsanstalt genutzt.

Geschichte

Das zum Bistum Augsburg gehörige Kloster wurde der Tradition nach im Jahr 1240 gegründet, der erste urkundliche Nachweis stammt von 1246. Es bestand bis zur Säkularisation 1802/03 und fiel an Württemberg. Der Konvent bestand bis 1808.

Die Schirmherrschaft über das Kloster lag bei der Reichsstadt Schwäbisch Gmünd.

Das Kloster war der Muttergottes geweiht, 1259 heißt es ecclesia sanctae Mariae sanctimonalium de Cella Dei iuxta Gamundiam.

Wahrscheinlich in Gotteszell entstand ein Schwesternbuch mit Aufzeichnungen über Gnadenerfahrungen der Nonnen, das dann irreführend als so genanntes Ulmer Schwesternbuch überliefert wurde.

Nach Auszug der letzten Klosterbewohner 1808 wurde das Kloster als Zuchthaus und württembergisches Landesgefängnis genutzt. 1893 wurden die Räumlichkeiten durch einen heute denkmalgeschützten Backsteinbau erweitert.[1]

Zu Beginn der NS-Diktatur im März 1933 wurde im ehemaligen Kloster Gotteszell in der Herlikofer Straße das erste Frauenkonzentrationslager in Württemberg eingerichtet, in dem bis zum Herbst etwa 50 Frauen inhaftiert waren, die danach in andere KZ verlegt worden sind.

Klosterkirche

Siehe: Mariä Verkündigung (Schwäbisch Gmünd)

Nutzung als Justizvollzugsanstalt

Die Vollzugsanstallt hat eine Kapazität von 335 Plätzen und beschäftigt 220 Angestellte. 2008 lag die Belegung bei durchschnittlich 322 Insassen. Eine Mutter-Kind-Abteilung ermöglicht, die Trennung von bis zu drei Jahre alten Kindern von ihren Müttern zu vermeiden. Neben dem Schloss Kapfenburg bei Lauchheim befindet sich eine Außenstelle der Anstalt, in der landwirtschaftliche Arbeitsmöglichkeiten bestehen.[1][2]

Literatur

  • Gerhard Kolb: Das Dominikanerinnenkloster Gotteszell, eine Gründung der Stauferzeit. In: K. J. Herrmann (Hrsg.): Die Staufer und Schwäbisch Gmünd. Schwäbisch Gmünd 1977, S. 95–128
  • Klaus Graf: Nonnenviten aus Kloster Gotteszell bei Schwäbisch Gmünd. Zum Entstehungsort des sogenannten "Ulmer Schwesternbuchs". In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 3 (1984), S. 191-195 online

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Gmünd – Geschichte und Gebäude, abgerufen 3. Dezember 2010
  2. 200 Jahre Gefängnis in Schwäbisch Gmünd - die JVA "Gotteszell" feiert Jubiläum, Justizministerium Baden-Württemberg, abgerufen 3. Dezember 2010
48.80469.811

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