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Karl Lüllig, auch Carl Lüllig, (* 1877 in Ravensburg; † 1946) war von 1923 bis 1934 Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd.

Leben

Karl Lüllig studierte Rechtswissenschaften an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung A.V. Guestfalia Tübingen im CV.

Er war Vorstand des 1920 gegründeten Liederkranzes Ravensburg. Auf seine Initiative geht die Gründungsversammlung des Stadtorchesters Ravensburg zurück.[1]

Amtszeit als Oberbürgermeister

Lüllig trat 1923 als parteiloser Kandidat bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwäbisch Gmünd an. Völlig überraschend gewann der in Gmünd unbekannte Rechtsanwalt die Wahl gegen den von vier Parteien unterstützten Zentrums-Politiker, dem Stuttgarter Staatsrat Hermann Gögler. Lüllig verstand es, die Vereine für sich zu gewinnen und sich als „Volksmann“ zu präsentieren, während Gögler und seine Anhänger auf den Wahlaufruf der unterstützenden Parteien vertrauten und sonst auf einen Wahlkampf weitestgehend verzichteten.[2]

1932 bewarb er sich um eine weitere Amtszeit. Bei der Wahl am 11. Dezember 1932 konnte er sich mit 5.429 Stimmen zu 1.890 Stimmen gegen seinen einzigen Herausforderer, den Landtagsabgeordneten Vollmer (KPD) aus Heilbronn, durchsetzen.[3]

Lülligs Amtsenthebung

1934 wurde er unter fadenscheinigen Argumenten von dem NS-Regime von seinem Amt enthoben. Er hatte angeordnet, Hitlers Rede zur Arbeitsschlacht (Bundesautobahn 656) am 21. März 1934 nicht in einer Direktübertragung in die Betriebe und Behörden von Schwäbisch Gmünd zu übertragen, sondern dies erst abends per Schallplatte. [4]

Ehrungen

Die Stadt Schwäbisch Gmünd benannte die Karl-Lüllig-Straße im Stadtteil Rehnenhof nach ihrem früheren Oberbürgermeister.

Literatur

  • Ernst Lämmle: Vom Kaiserreich über die Zeit der Weltkriege bis zur demokratischen Republik in Geschichte der Stadt Schwäbisch Gmünd, hrsg. vom Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd, Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1984, ISBN 3-8062-0399-7

Einzelnachweise

  1. Chronik des Stadtorchester Ravensburg, 1811-1931, abgerufen am 21. Februar 2010
  2. Lämmle, S. 389
  3. Lämmle, S. 402
  4. Richard Strobel: „Die Kunstdenkmäler der Stadt Schwäbisch Gmünd“, Band 1

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