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Die Johanniskirche oder St. Johanniskirche (offiziell Nebenkirche St. Johannes Baptist der katholischen Pfarrkirche Heilig-Kreuz-Münster) ist eine katholische Stadtkirche im romanischen bzw. neoromanischen Stil in Schwäbisch Gmünd, die Johannes dem Täufer geweiht ist. Die Pfeilerbasilika dient seit dem 24. Juni 2005 der Gmünder Jugendkirche als Kirchenraum.

Die Johanniskirche, die mit ihrem herausragenden Glockenturm direkt am Marktplatz steht, ist neben dem Heilig-Kreuz-Münster ein beliebtes Fotomotiv der Stadt Schwäbisch Gmünd.

Gründungssage

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Agnes von Hohenstaufen, die Tochter Kaiser Heinrichs IV. und die Gemahlin des Herzog Friedrichs von Staufen, verlor bei der Jagd im Remstal ihren Ehering. In ihrer Verzweiflung gelobte sie, dass sie an der Fundstelle des Eherings eine Kirche bauen lasse. Der Ring wurde an der Stelle der heutigen Johanniskirche im Geweih eines erlegten Hirsches gefunden und Agnes von Hohenstaufen ließ eine Kirche an dieser Stelle errichten.

Baugeschichte

Datei:Glockenturm.GDv.Münster.JPG

Wann und von wem die romanische Johanniskirche gebaut wurde, kann heute nicht mehr angegeben werden. Es gibt Vermutungen, dass schon zwei Vorgängerbauten an dieser Stelle existierten. Die erste Erwähnung einer Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd erfolgte im Jahr 1225 im Rahmen einer Wundererzählung von Caesarius von Heisterbach. Üblicherweise wird die Bauzeit in den Zeitraum von 1210 bis 1230 gesetzt.

Im 15. Jahrhundert kam es zu Umgestaltungen an der Johanniskirche. Sie erhielt Elemente der Gotik, vor allem wurde ein zweijochiger gotischer Chor mit 5/8-Schluss gebaut, die Seitenschiffe wurden erhöht und gotische Maßwerkfenster an Nord-, Süd- und Westseite eingebaut. 1429 wurde der neue gotische Hochaltar eingeweiht.

1706 wurde die Johanniskirche abermals verändert. Der Innenraum wurde unter anderem mit aufwendigen Stuckarbeiten barockisiert.

Die größte bauliche Veränderung geschah in der Periode des Historismus, als die Johanniskirche unter der Leitung des Nürnberger Architekten Steindorff reromanisiert wurde. Der Chor wurde größtenteils abgetragen und durch einen neoromanischen Chor ersetzt, die Seitenschiffe wurden wieder niedriger gestaltet und die Fenster in die romanische Form zurückgebaut.

Ab 2008 wird die Johanniskirche in mehreren Abschnitten saniert. Da das Gebäude eine Nebenkirche der Heilig-Kreuz-Münstergemeinde ist, ist die Münsterbauhütte federführend bei diesen Sanierungsarbeiten.

Der Glockenturm

Datei:Gmuend Johannis Turm1.jpg

Auch die Bauzeit des Glockenturms ist unbekannt. Sie wird zwischen 1240 und 1250 angenommen. Er war zuerst freistehend und ist das höchste Bauwerk Schwäbisch Gmünds.

Der Turm ist in drei Abschnitte gegliedert. Auf das quadratische Fundament folgen lange Schrägflächen, die von einer rechteckigen in eine quadratische Form überleiten. Den Schluss bildet die zweistöckige, achteckige Glockenstube, die von einem Spitzhelm gekrönt wird. Die Bögen der Schallöffnungen der Glockenstube lassen schon frühe gotische Elemente erkennen.

Von 1959 bis 1970 wurde der Turm statisch gesichert und saniert, trotzdem hat der Glockenturm noch eine Schrägstellung von knapp einem Meter.

Seit 2006 ist der Turm geöffnet. Er kann von Mai bis Oktober bestiegen werden und bietet eine gute Sicht über Schwäbisch Gmünd.

Maße

Die Gesamtlänge beträgt 53 m, wobei das Langhaus 36 m und der Chor 17 m lang ist. Die Innenbreite beträgt 25–28 m. Der Glockenturm ist 48 m hoch.

Innenausstattung

Datei:Gmuend Johannis Pfeilermadonna 55.jpg

Aus der romanischen Zeit lassen sich im Innenraum nur noch wenige Zeugnisse finden. Die Innenausstattung ist vor allem neoromanisch. Ab 1870 wurden Wand-, Decken- und Glasmalerei, Hochaltar, Seitenaltar, Ambone, Kirchenbänke, Westempore und Orgel neu geschaffen. Die Wandmalerei wurde von Carl Dehner aus Rottenburg gestaltet.

Seit 1972 ist die Pfeilermadonna oder auch staufische Madonna genannt, die große Bekanntheit genießt und noch eine der wenigen Zeugen der Romanik ist, im Innenraum unter dem Chorbogen zu finden. Sie gilt bis heute als die wertvollste Plastik der Stadt Schwäbisch Gmünd und wird auf das ausgehende 12. Jahrhundert (Hermann Kissling) geschätzt.

Seit 2005 sind die Kirchenbänke entfernt und durch eine Bestuhlung ersetzt.

Orgel

Die historische Orgel der Johanniskirche stammt von Weigle aus dem Jahr 1880

I Hauptwerk C–f3

1. Principal 8′
2. Gedeckt 8′
3. Viola di Gamba 8′
4. Aeoline 8′
5. Oktav 4′
6. Flöte 4′
7. Mixtur 22/3
II Nebenwerk C–f3
8. Flöte 8′
9. Salicional 8′
10. Fugara 4′
Pedal C–d1
11. Subbass 16′
12. Oktavbass 8′
  • Koppeln: Collectiv-Zug, I/P, II/P

Literatur

  • Münsterbauverein Schwäbisch Gmünd (Hrsg.): St. Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd. Fischerdruck, Herlikofen 2006
  • Anton Pfitzer: Die Johanniskirche zu Gmünd und Bischof Walther I. von Augsburg (1133–1154). Kohlhammer, Stuttgart 1889 (Digitalisat)
  • Richard Strobel: Die Johanniskirche in Schwäbisch Gmünd. Stauferdenkmal und „Luxusbau“ von 1870. Gmünder Geschichtsverein, Schwäbisch Gmünd 1997, ISBN 3-00-002206-6
  • Richard Strobel, Landesdenkmalamt Baden Württemberg: Die Kunstdenkmäler der Stadt Schwäbisch Gmünd. Band 2, Kirchen der Altstadt ohne Heiligkreuzmünster ; Deutscher Kunstverlag, München 1995; ISBN 3-422-00569-2.

Weblinks

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Johanniskirche Schwäbisch Gmünd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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