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Jagst

Verlauf der Jagst mit linkem Nachbarfluss Kocher von der Quelle oberhalb von Lauchheim bis zur Mündung in den Neckar

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2388
Lage Deutschland, Baden-Württemberg
Flusssystem RheinVorlage:Infobox Fluss/FLUSSSYSTEM_falsch
Abfluss über Neckar → Rhein → Nordsee
Quelle Bei Walxheim
48° 56′ 24″ N, 10° 18′ 48″ O48.9410.313333333333518
Quellhöhe 518 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Bad Friedrichshall-Jagstfeld in den Neckar
49.2336111111119.1786111111111144

49° 14′ 1″ N, 9° 10′ 43″ O49.2336111111119.1786111111111144
Mündungshöhe 144 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 374 m
Länge 189 km Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 1.825 km²[1]
Abflussmenge
am Pegel Untergriesheim[2][3]
NNQ: 2,05 m³/s (im Jahr 1991)
MNQ: 3,90 m³/s
MQ: 18,60 m³/s
MHQ: 187 m³/s
HHQ: 593 m³/s (im Jahr 1993)
Rechte Nebenflüsse Röhlinger Sechta, Rechenberger Rot, Reiglersbach, Gronach, Brettach, Ette, Erlenbach, Kessach, Seckach, Schefflenz, weitere siehe unten
Linke Nebenflüsse Orrot, Speltach, Maulach, Sindelbach, weitere siehe unten
Durchflossene Stauseen Stausee Stockmühle, Hochwasserrückhaltebecken Buch
Mittelstädte Ellwangen, Crailsheim
Bekannte Brücken Jagstbrücke in Dörzbach-Hohebach

Die Jagst an ihrem Unterlauf. Breite Stromschnelle bei Untergriesheim.

Die Jagst ist ein Mittelgebirgsfluss im Norden Baden-Württembergs. Zusammen mit dem Kocher und der Enz zählt sie zu den drei größten Nebenflüssen des Neckars. Nach der Länge nimmt sie unter ihnen mit 189 Kilometern den ersten Rang ein. Das Tal der Jagst, das insbesondere am Mittellauf einen ausgesprochen ländlichen Charakter hat, gilt als landschaftlich reizvoll. Nivellierende Maßnahmen wie Gewässerausbau, Begradigungen oder Flurbereinigungen haben das Landschaftsbild an der mittleren und unteren Jagst weniger stark verändert, als es oft in Flusslandschaften von Flüssen vergleichbarer Größe zu beobachten ist. Diese Eigenschaften machen sie aus landschaftspflegerischer Sicht von Interesse. Die Vielfalt an Pflanzen, Tieren und Ökosystemen sowie der relativ geringe Anteil von Siedlungs- und Verkehrsflächen und das damit verbundene hohe Entwicklungspotential verleihen der Jagst und ihrem Tal aus naturschutzfachlicher Sicht erhöhte Bedeutung. Klein- und Kleinststädte, die ein weitgehend mittelalterliches bis frühneuzeitliches Stadtbild bewahrt haben, prägen das Jagsttal ebenso wie zahlreiche Burgen und Schlösser auf den Bergspornen über dem Tal sowie die abschnittsweise recht häufigen Mühlen, die den Fluss säumen.

Name

Der Name Jagst ist erstmals 768 als Teil des Gaunamens Jagesgouwe (Jagstgau) nachgewiesen. 1024 folgen Erwähnungen als Jagas, 1371 als Jagst. Der Name ist vorgermanischen, vermutlich keltischen Ursprungs, das auslautende -t wurde erst in spätmittelhochdeutscher Zeit angefügt. Er wird zur Indogermanischen Wortwurzel *ieg- gestellt, die Eis bedeutet. Die Jagst wäre damit der kalte, eisige Fluss.[4] Der Name wurde teilweise auch Jaxt und Iaxt geschrieben.

Geographie

Die Jagst entsteht im Vorland der Schwäbischen Alb, passiert die Frankenhöhe, gräbt sich in die Hohenloher Ebene ein und durchströmt das württembergische Unterland, wo sie schließlich nach 189 Kilometern in den Neckar mündet.

Der Verlauf der Jagst

Die Ursprünge der Jagst

Datei:Jagstquelle 150105.jpg

Die Anfänge der Jagst befinden sich im Bereich der Nahtstelle zwischen Schwäbischer Alb und Frankenhöhe im recht flachen nördlichen Albvorland, nicht allzu weit von der Ostgrenze des Landes Baden-Württemberg entfernt. Die ausgewiesene Quelle des Flusses liegt auf 518 m Höhe in offener Agrarlandschaft, etwa 600 Meter weit südwestlich von Walxheim, einem Ortsteil von Unterschneidheim im Ostalbkreis. Dort steht ein von wenigen Bäumen umsäumtes, in Stein gefasstes, schlichtes Becken, aus dem nur sehr wenig Wasser rinnt und das nach längerer Trockenheit völlig versiegen kann. Wenige Meter unterhalb der Quelle liegt ein Teich, aus dem ebenfalls zeitweise Wasser austritt. Unmittelbar unterhalb mündet von rechts der Stockholzgraben, der hier bereits eine Länge von etwa zwei Kilometern aufweist und die mündungsfernste Ader des Jagst-Systems darstellt. Er besitzt allerdings keine ausgeprägte Quelle und führt ebenfalls nur temporär Wasser, oft allerdings deutlich mehr, als die Jagst aus ihrer offiziellen Quelle bezieht. So beginnt die Jagst als dünnes Rinnsal ihren Weg in Richtung Südwesten. Eine andere erwähnenswerte Quelle in diesem Bereich ist der Moosbrunnen am Rande des Nonnenholzes. Der hiervon abgehende Graben mündet einige hundert Meter unterhalb der Quelle von rechts in die Jagst.

Die Ursprünge der Jagst befinden sich direkt an der Grenze zum danubischen System. Ihre Quelle befindet sich sehr nahe an der Europäischen Hauptwasserscheide. Wasser, das nur wenige hundert Meter östlich der Quelle abfließt, gelangt über die Schneidheimer Sechta, die Eger und die Wörnitz in die Donau und ins Schwarze Meer.

Der Oberlauf

Datei:Jagst vor Ellwangen.JPG

Wenige Kilometer unterhalb ihrer Quelle wird die junge Jagst bei der Stockmühle zu einem See aufgestaut, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Nachdem sie etwa zehn Kilometer nach Südwesten geflossen ist, erreicht sie Lauchheim zu Füßen der Schwäbischen Alb. Dort schwillt sie durch den Abfluss aus dem Fuchsmühlenweiher deutlich an und dreht langsam gegen Nordwest, eine Richtung, die sie auf der weiteren ersten Hälfte ihres Laufes grob beibehält. Auf einem Bergsporn des Albtraufs steht über dem Jagsttal Schloss Kapfenburg. Unterhalb Westhausens wird sie im Hochwasserrückhaltebecken Buch aufgestaut, der mit Vorsee etwa 30 ha Wasserfläche hat. In diesem Bereich kommt sie auf ihrem Oberlauf dem Zwillingsfluss Kocher am nächsten (4,3 km Entfernung). Spätestens nach Aufnahme der kräftigen Röhlinger Sechta, die ihr bisheriges Einzugsgebiet etwa verdoppelt, kann man sie einen kleinen Fluss nennen. Kurz darauf erreicht sie Ellwangen, die zweitgrößte Stadt an ihren Ufern, und tritt in den waldreichen Virngrund ein. Die Rechenberger Rot, die Orrot und der Reiglersbach gehören zu den zahlreichen kleinen Zuflüssen, die die Jagst hier stetig anwachsen lassen.

Das Tal ist am Oberlauf meist geräumiger und weniger steil als am Mittel- und Unterlauf und weist ein eher geringes Gefälle auf. Unter diesen Bedingungen hat die Jagst ausgeprägte Auenmäander gebildet. Große Abschnitte in diesem Bereich wurden allerdings begradigt. Vor Crailsheim, der größten Stadt an der Jagst, weitet sich das Tal zu einer großen Stufenrandbucht.

Der Mittellauf

Datei:Jagst zwischen Kernmühle und Gronachschlucht.JPG
Datei:Jagsttal - Brücke bei der Heinzenmühle.jpg
Datei:Jagst bei Langenburg.JPG
Datei:Jagstinsel Bärenstein.JPG

Unterhalb Crailsheims erreicht die Jagst an der Heldenmühle den Muschelkalk der Hohenloher Ebene. Ab hier ändert sich der Charakter des Tales grundlegend. Der Fluss gräbt sich tief in die Hohenloher Ebene ein und bildet bizarre Talmäander. Ein Abschnitt, der in Luftlinie nur etwas über 8 km misst, wird mit einer mehr als doppelt so langen Fließstrecke überwunden. Auenmäander kann der Fluss hier aufgrund des höheren Gefälles und der engeren Talbodenbreite kaum noch ausbilden. Die Aue ist ausgesprochen schmal. Eine Talstraße gibt es nicht. Für Dörfer oder gar Städte ist das Tal hier zu eng. Nur Mühlen finden hier Platz, die von der Hochebene nur über steile Steigen erreicht werden können. Die meisten sind heute stillgelegt, von manchen künden nur noch Mauerreste, übriggebliebene Mühlkanäle und -wehre oder alte Namen. Sie sind in diesem Abschnitt ausgesprochen häufig, da das Gefälle mit etwa dreieinhalb Promille[5] hier relativ groß ist. Während man von anderen Bereichen oft einen Wechsel von ruhigen und schnell fließenden Abschnitten gewohnt ist, findet man hier zum Teil kilometerlange schnellfließende Abschnitte. Die Jagst wirft sich in engen Kurven abwechselnd an die rechts- und linksseitigen Prallhänge. Die Prallhänge sind hier besonders steil, schwer zugänglich, teilweise felsig und beherbergen zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Es finden sich auch größere Felswände, etwa unterhalb der Barenhalder Mühle, bei der Kernmühle oder der Baierlesstein und der Bärenstein zwischen der Heinzenmühle und Lobenhausen. Im Bereich der Kernmühle hat die Jagst praktisch keine Aue, die steilen Prallhänge entsteigen ihr fast unmittelbar. Weiter talabwärts bis etwa Lobenhausen besteht die Aue nur aus sehr schmalen Wald- oder Wiesenstreifen. Oft reicht der Wald von beiden Seiten bis an den Fluss hinab. Auffallend ist der meist niedrige Höhenunterschied zwischen Aue und Fluss, der dem natürlichen Zustand sehr viel näher kommt als die teilweise recht hohen Uferböschungen am Unterlauf. Oberhalb der Heinzenmühle befindet sich auch die Einmündung der Gronach, deren Tal unterhalb der Gröninger Hammerschmiede als sehenswerte Schlucht ausgebildet ist. Optisch und akustisch belastet wird der Bereich durch die Autobahn A6, die das Jagsttal und kurz darauf die Gronachschlucht in wenig landschaftsschonender Weise überquert. Doch schon nach der nächsten Flussschlinge nimmt man die Autobahn nicht mehr bewusst wahr. In der Nähe des Bärensteins gabelt sich die Jagst in zwei große Arme auf und bildet eine größere und mehrere kleine Inseln.

Ab Lobenhausen mehren sich wieder Abschnitte, an denen die Talbodenbreite wieder verstärkter landwirtschaftlicher Nutzung und teilweise auch kleinen Dörfern Raum gibt. Die Talmäander bleiben aber weiterhin recht bizarr. Bei Lobenhausen, Mistlau und Kirchberg an der Jagst hat die Jagst beim Durchbruch von Flussschlingen markante Umlaufberge und Hochterrassen zurückgelassen. Nachdem sie Kirchberg passiert hat, dessen sehenswerte, auf einem Bergsporn errichtete Altstadt das Tal überragt, werden die Talmäander etwas unspektakulärer, doch das Tal bietet auch weiterhin nur kleinen Dörfern Platz. Eine durchgehende Talstraße begleitet den Fluss erst ab Hessenau, unterhalb der Burg Leofels. Bei Elpershofen mündet die Brettach, der zweitlängste Zufluss. Hier, 102 Flusskilometer vor der Mündung, führt die Jagst im Jahresmittel 8,8 Kubikmeter Wasser in der Sekunde.

Datei:Jagst Doerzbach-Hohebach nach Osten 20070624.jpg

Der folgende Abschnitt hat einen ausgesprochen lieblichen Charakter. Die Talform lässt größere Sichtweiten zu, da die Windungen hier schwächer sind. Das Gefälle des Flusses ist hier deutlich niedriger, Wiesen und Weiden prägen das Tal, an den Hängen finden sich kleinstrukturierte Äcker, Hecken und in den oberen Hangbereichen Wälder. Die Jagst erreicht schließlich Langenburg, das mit sehenswerter Silhouette und seinem Residenzschloss auf einem Bergsporn über dem Tal thront, dass sich mittlerweile mehr als 150 Meter tief eingegraben hat. Auch danach behält das Jagsttal seinen ländlichen Charakter, und die Landschaft ist auch im Folgenden relativ reich strukturiert. Etwa ab Eberbach werden Steinriegel, Zeugen des ehemaligen Weinbaus, deutlich häufiger. Unterhalb von Mulfingen mündet die Ette. Unterhalb von Hohebach, wo der gleichnamige Bach sowie der Fischbach münden und eine sehenswerte Bogenbrücke den Fluss überspannt, passiert die Jagst die Kapelle St. Wendel zum Stein. Am Pegel Dörzbach, der sich nur wenige Meter flussabwärts befindet, führt die Jagst, 73 Kilometer vor der Mündung, im Jahresmittel 11,3 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. In diesem Bereich setzt die Jagst zu ihrem großen Bogen nach Westen und später Westsüdwesten an und erreicht zunächst Dörzbach.

Der Unterlauf

Datei:Jagst Widdern Morgens.JPG
Datei:Jagst bei Untergriesheim1.JPG
Datei:Jagst Untergriesheim1.JPG

Etwa zwischen Dörzbach und Westernhausen ist das Tal der Jagst auffallend breit bei weiterhin steilen Prallhängen. Ebenfalls ab Dörzbach prägt der Weinbau auf den sonnenexponierten Südhängen das Landschaftsbild. Die meisten Rebflächen wurden inzwischen aufgegeben, aber zahllose Steinriegel und kleinparzellige Terrassen zeugen weiterhin vom Umfang des Weinbaus früherer Zeiten. Der Jagst gelingt es ab hier, ihr Einzugsgebiet weit nach Norden auszustrecken. Zwischen Klepsau und Krautheim erreicht sie an der Mündung des Horrenbachs ihren nördlichsten Punkt und fließt von da ab nach Südwesten. Noch vor Krautheim, dessen mittelalterliches Stadtbild mit Burg Krautheim und Kirche beeindruckt, befindet sich am Talhang ein natürliches Kuriosum, der Wachsende Bach, aufgrund seiner Form sehr treffend auch Kuharsch genannt. Der kleine Bach, der aus Tuffquellen am Hang entspringt, wächst durch absterbende und verkalkende Moosreste wie auf einem Damm in die Höhe. In Altkrautheim mündet von links der Ginsbach. Bei Marlach befindet sich am südexponierten Talhang eine größere Felswand mit ausgeprägter Trockenflora. Hier mündet auch der Sindelbach. Er kann nur ein Zehntel der Wasserführung der Seckach, des größten Jagstzuflusses, aufweisen, ist aber wohl dennoch der bedeutendste linksseitige Nebenfluss der Jagst. In diesem Bereich kann die Jagst ausnahmsweise ihr Einzugsgebiet recht weit zum Kocher hin ausstrecken. In Bieringen mündet von rechts der kräftige Erlenbach. Bald darauf passiert die Jagst in Kloster Schöntal die prächtigen Klosteranlagen der ehemaligen Zisterzienserabtei und in Jagsthausen die bekannte Burg Jagsthausen (Götzenburg), ehe in Widdern mit der Kessach ein weiterer wasserreicher Bach in sie mündet. Unterhalb des Ruchsener Wehres mündet der Hergstbach, dessen Einzugsgebiet nicht unbedeutend ist, der sich aber gewöhnlich sehr wasserarm zeigt. Schließlich fließt die Jagst durch die Stadt Möckmühl, wo sie mit der Seckach ihren größten Nebenfluss aufnimmt. Auf dem Bergsporn zwischen Jagst- und Seckachtal steht die Burg Möckmühl (eine weitere Götzenburg), unterhalb schließt sich die historische Altstadt an. Ab Möckmühl werden die Schlingen der Jagst weitläufiger und das Tal etwas breiter. Im Tal verläuft ab hier ein Streckenabschnitt der Frankenbahn, die Stuttgart mit Würzburg verbindet. Die Jagst passiert Neudenau, eine weitere mittelalterlich geprägte Kleinstadt an ihren Ufern. Oberhalb von Untergriesheim fließt der Jagst die Schefflenz zu, der letzte größere Zufluss, und kurz darauf der Tiefenbach, der letzte permanent wasserführende Zufluss. Am Pegel Untergriesheim, fünf Kilometer vor der Mündung, führt die Jagst im Jahresmittel mittlerweile 18,6 Kubikmeter Wasser in der Sekunde. Bei Jagstfeld, einem Ortsteil der Stadt Bad Friedrichshall, tritt die Jagst schließlich ins Neckartal ein. Sie verbreitert sich leicht und mündet gegenüber dem Stift Wimpfen im Tal. Hoch über dem Neckar thront die Silhouette der ehemaligen Reichsstadt Bad Wimpfen.

Jagst und Kocher

Der Kocher, der ebenfalls an der Ostalb entspringt, fließt links von ihr durchgehend mehr oder weniger parallel zur Jagst. Beide Flüsse kommen sich dabei oft recht nahe. Besonders ausgeprägt ist der parallele Lauf an den Unterläufen. Bei Jagsthausen nähern sich die Flüsse bis auf 1,6 km, um danach gleich wieder ein Mehrfaches an Abstand zu gewinnen. Die Mündungen sind nur etwa zwei Kilometer voneinander entfernt (Luftlinie).

Die oft wegen des frappanten Gleichlaufs als Zwillingsflüsse bezeichneten Gewässer Jagst und Kocher konkurrieren heftig ums Wasser, oberirdisch wie unterirdisch, fast über den gesamten Verlauf ist dabei der tiefer liegende Kocher erfolgreicher. Die Jagst ist zwar etwas länger, der Kocher hat jedoch das größere Einzugsgebiet und führt mehr Wasser, die nahe Konkurrenz lässt aber auch ihn, gemessen an seiner Länge, relativ wasserarm sein. Das Tal des Kochers ist dichter besiedelt, das der Jagst dagegen stärker naturbelassen und reicher an botanischen und zoologischen Raritäten.

In der Literatur wurde der Gleichlauf von Jagst und Kocher oft eher verklärt, beispielsweise als „neckisches Spiel“, „als wollten sie sich haschen“, auch als „verspielte Zwillinge“[6] wurden sie beschrieben. In einem Hohenloher Mundartgedicht aus dem Jahr 1932 formuliert N. Landwehr, dem südlichen Nachbarfluss offenbar ebenfalls Respekt zollend: „Der Kocher schlupfet gar zu gern / noch näher zu’re nou; er denkt: zu so’ner schiene Fraa / ghört aa en schiener Mou.“ („D’Jogscht“, in: Lott, S. 160)

Nebenflüsse

Hauptartikel: Liste der Zuflüsse der Jagst

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Tributaries of the Jagst River – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Die Jagst hat nur recht kleine Zuflüsse, noch der größte unter ihnen ist die in Möckmühl mündende Seckach, die 28 Kilometer lang ist, ein Einzugsgebiet von 261 km² hat, mit etwa 2,5 m³/s die größte mittlere Wasserführung von allen Jagst-Nebenflüssen hat und die manche schon als Fluss ansehen. Sechs der Jagstzuflüsse sind wenigstens 20 Kilometer lang, es sind – flussabwärts zusammen mit den Mündungsorten aufgeführt – die Röhlinger Sechta bei Rainau-Schwabsberg, die den jungen Bach Jagst erst zu einem Fluss macht; die Brettach bei Gerabronn-Elpershofen, ihr zweitgrößter Nebenfluss; der Erlenbach bei Schöntal-Bieringen; die Kessach in Widdern; die schon erwähnte Seckach in Möckmühl; die Schefflenz bei Bad Friedrichshall-Untergriesheim. Diese sechs fließen ihr alle von rechts zu, ebenso die im folgenden noch aufgezählten Nebenflüsse mit einer Länge zwischen 10 und 20 km: die Rechenberger Rot bei Jagstzell-Schweighausen; der Reiglersbach in Stimpfach; die Gronach bei Satteldorf-Bölgental; der Rötelbach in Mulfingen-Eberbach; die Ette bei Mulfingen-Bachmühle; der Rißbach in Mulfingen-Ailringen; der Hergstbach in Möckmühl-Ruchsen.

Die größeren unter den linken Nebenflüssen sind die Orrot bei Jagstzell-Schweighausen, die Speltach und die Maulach bei Crailsheim-Jagstheim sowie als noch längster unter diesen der Sindelbach in Schöntal-Marlach. Keiner von ihnen erreicht jedoch auch nur eine Länge von 14 km, also die halbe der Seckach.

Diagramm mit den Zuflüssen der Jagst (Länge ab gerundet 10 km)[7]

Städte und Gemeinden

Die Jagst durchläuft eine fast überall ländliche Region mit einer für baden-württembergische Verhältnisse recht niedrigen Bevölkerungsdichte. Crailsheim (ca. 33.000 Einwohner) und Ellwangen (ca. 25.000 Einwohner) sind noch die beiden größten Städte an der Jagst, gefolgt von Bad Friedrichshall (ca. 19.000 Einwohner), von dem jedoch nur der kleine Ortsteil Jagstfeld im Tal liegt. Möckmühl ist mit ca. 8.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt an der Jagst und der größte Ort auf der gesamten, gut 130 km langen Fließstrecke zwischen Crailsheim am Oberlauf und der Mündung in den Neckar.

Die Jagst durchfließt oder berührt das Gebiet folgender Städte und Gemeinden:

Kommune Flusslänge Bemerkung
Unterschneidheim 3 km
Westhausen 13 km je etwa die Hälfte vor und nach Lauchheim
Lauchheim 4 km
Rainau 7 km
Ellwangen 9 km
Jagstzell 7 km
Stimpfach 4 km
Frankenhardt 3 km nur kleiner Zwickel rechtsseitig
Crailsheim 20 km knapp zur Hälfte nur linksseitig
Satteldorf 13 km überwiegend nur rechtsseitig
Kirchberg 14 km
Ilshofen 4 km
Gerabronn 4 km
Langenburg 10 km
Mulfingen 15 km
Dörzbach 6 km
Krautheim 11 km
Schöntal 15 km
Jagsthausen 8 km
Widdern 7 km
Möckmühl 11 km
Neudenau 13 km
Bad Friedrichshall 8 km
Gundelsheim 1 km nur rechtsseitig
Offenau etwa 1/2 km nur rechtsseitig
Bad Wimpfen etwa 1/4 km nur das linke Ufer der Spitze
des Mündungsdreiecks von Jagst und Neckar

Kilometerangaben wurden regelmäßig auf natürliche Zahlen gerundet. Die Summe übertrifft die Gesamtlänge des Flusses deutlich wegen der Strecken, auf denen beidseits verschiedene Kommunen liegen.

Verkehrswege

Eine Bahntrasse begleitet die Jagst zwischen Lauchheim und Crailsheim. Früher verband die Jagsttalbahn, eine Schmalspurbahn, Möckmühl mit Dörzbach. Zwischen Möckmühl und Bad Friedrichshall-Jagstfeld verläuft ein Streckenabschnitt der Frankenbahn durchs Jagsttal.

Der Betrieb der Jagsttalbahn wurde 1988 eingestellt, größtenteils sind Trasse, Brücken und Anlagen gut erhalten, doch wurden auf Möckmühler Gebiet die Gleise demontiert, sie mussten der Umgestaltung des Möckmühler Bahnhofsgeländes, vor allem aber dem Ausbau des Kocher-Jagst-Radweges weichen. Dieser begleitet die Jagst fast durchgehend. Von ihm gehen zahlreiche andere Radwanderwege ab, darunter diejenigen durch das Seckach- und durch das Kessachtal.

Drei Autobahnen führen über die Jagst. Am Oberlauf quert bei Westhausen die A 7 auf einer 19 Meter hohen Brücke den jungen Fluss, am Mittellauf die A 6 im Bereich der Gronachmündung zwischen Crailsheim und Kirchberg auf einer 62 Meter hohen Brücke, am Unterlauf bei Widdern kreuzt die A 81 auf der 80 Meter hohen Jagsttalbrücke das Tal.

Einzugsgebiet und Wasserführung

Besonderheiten des Einzugsgebietes und die Wasserarmut der Jagst

Allgemeines zum Einzugsgebiet

Datei:Jagst Ruchsen.JPG
Datei:Stromschnelle jagst möckmühl.JPG

Das Einzugsgebiet der Jagst beträgt am Pegel Untergriesheim, der sich 5,5 Kilometer oberhalb der Mündung befindet, 1826 km². Gemessen an ihrer Länge ist diese Fläche sehr gering. Das ist wohl der erste Grund, warum der Fluss trotz seiner stattlichen Länge und relativ guter Niederschlagsverhältnisse eine auffallend geringe Wasserführung hat.

Das Einzugsgebiet der Jagst bleibt relativ klein, weil einige andere Flüsse recht nahe konkurrieren, darunter besonders der oben bereits erwähnte Kocher, der sie zur Linken fast auf ihrem ganzen Lauf begleitet. Zwischendurch übernimmt diese Rolle auch die Bühler, ein rechter Nebenfluss des Kochers und das einzige größere Fließgewässer, dass sich zwischen den beiden sogenannten Zwillingsflüssen bilden konnte. Dabei liegt die Wasserscheide zum Vorteil des Kochers meist sehr nahe bei der Jagst. Uneinheitlicher ist die Situation zu ihrer Rechten, doch auch hier erreichen die Jagst nur kleine Nebenflüsse. Am Ober- und Mittellauf begrenzen Wörnitz und Tauber ihr Einzugsgebiet nach Osten und Nordosten, diese beiden Flüsse erreichen jedoch bis zu ihren Mündungen nicht die Dimensionen der Jagst. Erst an ihrem Unterlauf, nachdem sich die Tauber nordwärts entfernt hat, kann die Jagst ihr Einzugsgebiet weiter nach Norden ausstrecken, es erreichen sie nun aus dem Bauland kräftigere Zuflüsse.

Gründe für das Ungleichgewicht zwischen Kocher und Jagst

Bei Betrachtung des Einzugsgebietes erscheint die Wasserführung der Jagst für einen Fluss ihres Typs angemessen. Dennoch fällt die niedrigere Wasserführung gegenüber dem nahe benachbarten Kocher auf. Obwohl ihr oberirdisches Einzugsgebiet nur etwa 7 % kleiner ist als das des Kochers, führt die Jagst dennoch um 29 % weniger Wasser als dieser (Bemessungszeitraum 1980–2003)[3]. Am deutlichsten fällt das Ungleichgewicht an den Quellen der beiden Flüsse auf. Der Kocher wird von zwei kräftigen Karstquellen in der Schwäbischen Alb gespeist und beginnt seinen Lauf schon sehr wasserreich, während die Anfänge der Jagst außerhalb der Alb liegen, wo sie aus kümmerlichen Rinnsalen ihre Wasser zu sammeln beginnt. Von größerer Bedeutung sind jedoch die Verluste durch Versickerung und die unterschiedlichen Niederschlagsverhältnisse in den Einzugsgebieten.

Die Jagst verliert beträchtliche Wassermengen durch Versickerung. Ihr Flussbett liegt an vergleichbaren Punkten deutlich höher als das des Kochers und der Bühler und auch höher als das der Tauber im Osten. Im Unterlauf schwinden dann die Höhenunterschiede. Eine der bekannten Versickerungsstellen liegt an der Heldenmühle bei Crailsheim, wo die Jagst eine geologische Verwerfung quert. Früher verlor sie hier sogar noch viel mehr Wasser als heute; an den Hauptversickerungsstellen unterhalb des Wehrs versanken bei geschlossenem Wehrkanal und einem Pegelstand von 83 cm in Crailsheim von 480 l/s Zufluss volle 470 l/s oder 97 %, bei einem höherem Pegelstand von 108 cm waren es von 870 l/s immerhin noch 560 l/s oder 70 % Verlust.[8] In Trockenzeiten konnte es vorkommen, dass sich der Fluss in eine Reihe von Tümpeln auflöste.[9] Auf Begehren der Müller, die sich zwischen Crailsheim und Klepsau zusammengeschlossen hatten, schritt man kurz vor dem Ersten Weltkrieg zu einer drastischen Maßnahme, indem man das Flussbett an den Hauptversickerungsstellen ausbetonierte.
Andere bedeutende Versickerungsstellen gibt es im Einzugsgebiet der Brettach, des zweitgrößten Zuflusses der Jagst. So versinkt der Weidenbach nordwestlich von Wallhausen fast immer vollständig. Nur bei starker Wasserführung überwindet ein Teil des Wassers diese Bachschwinde. Färbeversuche zeigten, dass das verlorene Wasser in der Talaue der Bühler wieder austritt, also im Einzugsgebiet des Kochers. Ein anderer Zufluss der Brettach, der Wiesenbach, verliert ebenfalls Wasser durch Versickerung, das im Einzugsgebiet der Tauber wieder austritt. Von dem insgesamt 180,5 km² großen Einzugsgebiet der Brettach entwässern 41 km² unterirdisch in andere Einzugsgebiete, bei starker Wasserführung allerdings nicht vollständig.[10]
Das Wasser, das in der Bachschwinde des Kreuzbachs versickert, nur etwa 1 km von der Heldenmühle entfernt, tritt Färbeversuchen zufolge, nachdem es vorher unterirdisch den Jagstlauf gequert haben muss, etwa 16 km weiter westsüdwestlich in Quellen bei Neunbronn in der Talaue der Bühler wieder aus.
Weitere Versickerungsstellen im Einzugsgebiet der Jagst sind anzunehmen, vermutlich auch am Unterlauf bei Jagsthausen.[11] Wahrscheinlich übersteigen die durch Versickerung abhanden gekommenen Wassermengen jedoch nicht das Volumen von 1 m³/s.[11]

Datei:Jagst.JPG

Schließlich müssen die unterschiedlichen Niederschlagsverhältnisse in den Einzugsgebieten von Jagst und Kocher erwähnt werden. Ein großer Teil des niederschlagsreichen Schwäbisch-Fränkischen Waldes entwässert zum Kocher. Östlich davon hat die Jagst einen geringen Anteil an diesem Gebiet, dagegen einen beträchtlichen Anteil an der Frankenhöhe. Diese Bereiche liegen jedoch etwas im Regenschatten der westlicheren Teile des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Der Blick auf Einzugsgebiet und Wasserführung der Tauber, die im Regenschatten des Odenwaldes liegt, legt den Schluss nahe, dass sich vor allem die unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen stark auswirken.[12]

Geologische Unterschiede im Bereich des Einzugsgebietes

Beim Abflussverhalten der Jagst muß allerdings zwischen Ober- und Mittellauf einerseits und Unterlauf andererseits unterschieden werden. Die Zuflüsse an der unteren Jagst - insbesondere die "vier großen" Erlenbach, Kessach, Seckach und Schefflenz - führen im Jahresverlauf wesentlich konstanter Wasser als die Jagstzuflüsse am Ober- und Mittellauf. Dies führt dazu, dass die extreme Wasserarmut der mittleren Jagst im Hochsommer und Herbst durch die stabileren Zuflüsse am Unterlauf etwas entschärft wird. Es kann sogar vorkommen, dass die Seckach in Sennfeld mehr Wasser führt als die Jagst zum gleichen Zeitpunkt in Dörzbach. Die Seckach fällt in ihrer Wasserführung meist nur auf etwa die Hälfte ihres Jahresmittels zurück, die Jagst in Dörzbach dagegen regelmäßig auf unter ein Achtel ihrer mittleren Wasserführung. So kann die Jagst in ihrem Unterlauf ihre Wasserführung oft vervielfachen. Diese Verhältnisse zeigen sich bereits im Frühling und werden bis zum Herbst immer deutlicher. Ursächlich hierfür sind einerseits die höheren Schluff- und Feinsand-Anteilen im Einzugsgebiet der unteren Jagst, während im Einzugsgebiet der Jagst südlich von Dörzbach der Tonanteil höher ist. Schluff und Feinsand können deutlich mehr Wasser im Boden speichern und später nach und nach an das Grundwasser abgeben, während in Gebieten mit höherem Tongehalt die Abflüsse wesentlich ungleichmäßiger sind. Ein zusätzlicher Grund ist die weiter fortgeschrittene Verkarstung im Einzugsgebiet der unteren Jagst, wo sich die Karsthohlräume meist schon in einem Stadium der Verlehmung befinden.[13]

Die reiche Wasserspende aus dem Bauland bewirkt, dass die Jagst durchaus auch bisweilen über größere Zeiträume hinweg mehr Wasser als der Kocher führt, was ansonsten – vor allem im Winter und Frühjahr – eher die Ausnahme darstellt, denn das Einzugsgebiet des Kochers setzt sich zu einem großen Teil aus Bereichen mit geologischen Bedingungen zusammen, die denen der oberen und mittleren Jagst ähnlich sind, bei den erwähnten anderen Nachteilen für die Jagst. Eine Illustration hierfür gab der Frühling 2010: Die Jagst konnte damals durch ihre kräftigen Zuflüsse aus dem Bauland ihre Wasserführung über viele Wochen hinweg auf einem Niveau halten, dass der Kocher zu dieser Jahreszeit bereits nicht mehr erreichte. Während die Jagst bei Starkniederschlägen, die dann vor allem auf dem Schwäbisch-Fränkischen Wald niedergingen, nur wenig Veränderungen zeigte, schwoll der Abfluss des Kocher sofort aufs Dreifache an, sank aber schon nach zwei bis drei Tagen wieder unter den der Jagst.

Literaten und Könige zur Wasserarmut der Jagst

Die Wasserarmut der Jagst hat sogar Niederschlag in der Literatur gefunden. Der Satiriker Karl Julius Weber spottete vor zweihundert Jahren über die Jagst in Dörzbach, es ergehe ihr oft wie dem Manzanares, man könne trockenen Fußes über sie schreiten. Damals war die erwähnte Versickerungsstelle in Crailsheim noch nicht ausbetoniert.[14] In seiner Novelle Eine Sommerreise schreibt Ludwig Tieck im Jahr 1834: „Eine sehr große und schöngebaute Brücke führt über den Jagstfluß, der jetzt so klein war, daß er fast kein Wasser enthielt.“[15]

Auch ein diesbezügliches Kuriosum ist bekannt. Am 26. Juli 1810 besichtigte König Friedrich I. von Württemberg die eben fertiggestellte steinerne Jagstbrücke von Dörzbach-Hohebach, die seit 1808 errichtet worden war. Ihre Fertigstellung war nicht zuletzt durch Hochwasser verzögert worden, ihre Baukosten waren dabei auf 73 267 fl. explodiert, was beim König bereits im Vorfeld für Unmut gesorgt hatte. Als der ansonsten prunkliebende König nun die Brücke besichtigte, soll er in Wut geraten sein, da man einen so kleinen Bach mit einer so teuren Brücke überquert habe. Der Baumeister soll aus Angst vor dem Zorn des Königs geflohen sein. Zahlreiche Brücken leichterer Konstruktion wurden zuvor durch die massiven Hochwasser der Jagst und durch Eisgang beschädigt oder zerstört, zuletzt 1799.[16]

Da zu diesem Zeitpunkt die oben erwähnte Versickerungsstelle an der Crailsheimer Heldenmühle noch nicht ausbetoniert war, muss man annehmen, dass der Fluss an diesem 26. Juli 1810 ein sogar noch deutlich kümmerlicheres Bild abgab, als man es heute zu dieser Jahreszeit gewohnt ist.

Wasserführung und Abflussverhalten

Datei:Untergriesheim Jagst.JPG
Datei:Jagst Frühjahr Möckmühl.JPG

Abflussregime, statistische Abflusswerte

Das Abflussregime der Jagst entspricht dem pluvialen Typ;[17] ihr Abfluss wird also von dem Verhältnis zwischen Niederschlag und Evapotranspiration bestimmt, so dass die Jagst – wie in ihrer Klimaregion die Regel – trotz höherer Sommerniederschläge im Winter und Frühjahr wesentlich mehr Wasser führt.

Am Jagstpegel bei Untergriesheim, etwa 5 km vor der Mündung und nach Aufnahme aller Nebenflüsse, betrug der Durchfluss zwischen 1980 und 2003 im Jahresmittel 18,60 m³/s. Da in diesen Wert auch die teils heftigen Hochwasser eingehen, liegt der Durchfluss über die meiste Zeit des Jahres unter diesem Wert. Der Mittelwert niedrigster Abflüsse liegt bei 3,90 m³/s, der niedrigste seit 1980 gemessene Wert betrug 2,05 m³/s (5. September 1991). Vor 1980 gab es nicht selten sogar Werte unter 2 m³/s; diese Werte wurden jedoch nachträglich für Untergriesheim modelliert, weil der Vorgängerpegel für Untergriesheim bis 1978 in Möckmühl lag.

Wahrscheinlich werden die durchschnittlichen Niedrigwasserabflüsse im Zuge der globalen Erwärmung spürbar sinken. Für die Einzugsgebiete von Jagst und Kocher wurde prognostiziert, dass die durchschnittlichen Niedrigwasserabflüsse (MNQ) bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts „deutlich“, das heißt im Umfang von 10 bis 20 Prozent, abnehmen werden. Für das übrige Einzugsgebiet des Neckars, für das der Tauber sowie für große Teile der Schwäbischen Alb und des Albvorlandes wurden hingegen nur schwache Veränderungen prognostiziert.[18]

Der Mittelwert von 18,6 m³/s soll nicht über die große Variabilität der einzelnen Jahresmittelwerte hinwegtäuschen. Da die einzelnen Jahresniederschlagswerte stark von ihrem gemeinsamen Mittelwert abweichen, schwanken erst recht die einzelnen Jahresabflüsse sehr stark um ihren Mittelwert. Es ist also keinesfalls anzunehmen, dass dieser Wert in den einzelnen Jahren mehr oder weniger zuverlässig getroffen würde. 2006 betrug der Mittelwert beispielsweise 14,2 m³/s, 2004 gar nur 10,6 m³/s, im Jahr 2003 wurde trotz des extremen Sommers mit 18,4 m³/s fast der Mittelwert erreicht, da starke Winterabflüsse die extrem niedrigen Sommerabflüsse fast kompensierten. Das Jahr 2000 traf exakt den Mittelwert.[3]


Mittlere monatliche Abflüsse der Jagst (in m³/s) am Pegel Untergriesheim
Erhebungszeitraum 1925–2006 (im Unterschied zu den übrigen genannten Durchschnittswerten)

Hochwasser

Die zehn stärksten dokumentierten Hochwasser an der Jagst, Stand Dez. 2006[3]
Rang Zeitpunkt Abfluss [m³/s]
1 21. Dez. 1993 593
2 29. Okt. 1998 429
3 14. Apr. 1994 408
4 17. März 1988 372
5 7. Febr. 1984 308
6/7 26. Febr. 1997 306
6/7 21. März 2002 306
8 29. Dez. 1947 303
9 26. Jan. 1995 289
10 10. Nov. 1927 284

Bei Hochwasser schwillt die Jagst regelmäßig zu einem mächtigen Fluss an. Nach statistischem Modell beträgt der Wasserabfluss bei einem 2-jährlichen Hochwasser 183 m³/s, bei einem 10-jährlichen 332 m³/s, bei einem 20-jährlichen 390 m³/s, bei einem 50-jährlichen 467 m³/s und bei einem 100-jährlichen Hochwasser 525 m³/s.[19] Der höchste Wert wurde beim Jahrhunderthochwasser am 21. Dezember 1993 mit 592 m³/s erreicht.[3] Dem steht beispielsweise ein mittlerer Abfluss der Oder von 574 m³/s gegenüber. In Untergriesheim erreichte der Pegel 5,16 m, also fast 4 m über dem Jahresmittelwert. Besonders stark war dabei der Beitrag der Seckach: Sie schwoll an diesem Tag so heftig an, dass ihre Wasserführung bereits in Sennfeld den Jahresmittelwert des Neckars in Mannheim übertraf. Für Möckmühl bedeutete das den höchsten Wasserstand seit 1732. Das Ereignis war Teil des überregionalen Weihnachtshochwassers von 1993.

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Die bekannten Abflüsse aus dem Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch[3] sind nebenstehender Tabelle zu entnehmen. Auffälligerweise wurden von den sieben höchsten dokumentierten Abflusswerten fünf seit 1993 gemessen.

Eine andere Quelle[20] berichtet von weiteren Hochwasserabflüssen, die teilweise von den aus dem Deutschen Gewässerkundlichen Jahrbuch bekannten Daten abweichen. Demnach sollen am 10. November 1927 424 m³/s abgeflossen sein, am 29. Dezember 1947 461 m³/s, im März 1963 363 m³/s, am 10. Februar 1970 401 m³/s, der Wert vom 21. Dezember 1993 stimmt mit dem oben genannten überein, am 13. April 1994 sollen 383 m³/s angeflossen sein und am 29. Oktober 1998 467 m³/s. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf Untergriesheim. Wie zuverlässig diese Daten sind, ist Verf. nicht bekannt.

Das Hochwasser 2002 bildete den Schlusspunkt einer Dekade großer Hochwasserereignisse, denen die jüngsten Ereignisse deutlich nachstehen. Anfang März 2007 erreichte die Jagst in Untergriesheim einen Abflusswert von 225 m³/s[21], ein vergleichbares Ereignis folgte 2008[22]. Das Sturmtief Emma im Jahr 2008 führte vor allem zu Überflutungen an Klingen und in kleinen Einzugsgebieten. Am 7. Dezember 2010 begann die Jagst infolge Tauwetter bei gleichzeitigen starken Regenfällen schnell anzusteigen und erreichte am Abend des 9. Dezembers am Pegel Untergriesheim einen Abflusswert von 208 m³/s[2].

Die Überschwemmungen haben in den Anrainerkommunen immer wieder beträchtliche Schäden verursacht, besonders jene im Dezember 1993. Man unternahm deshalb zum Teil aufwändige Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Die Stadt Möckmühl etwa soll, nach dem Bau von Dämmen, Wällen und Vorrichtungen für mobile Spundwände seit 2007 gegen einen Jagstdurchfluss von bis zu 597 m³/s geschützt sein. In einigen Kommunen sind weitere Hochwasserschutzmaßnahmen in Planung.

Natur, Landschaft und Umwelt

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Das Jagsttal ist an den meisten Abschnitten relativ dünn besiedelt, gemessen an der Bevölkerungsdichte des Landes. Am und im Tal liegen denn auch die zwei kleinsten Städte Baden-Württembergs, Langenburg und Widdern. Insbesondere am Mittellauf, wo es am engsten und tiefsten ist, zeigt das Jagsttal ein sehr ländliches Bild, zum Nutzen zahlreicher seltener Tier- und Pflanzenarten, des Landschaftsbildes, der Gewässergüte und der Gewässerstrukturgüte.

Landschaftsbild

Das Tal der Jagst gilt, ähnlich wie das des nahen Kochers, als landschaftlich sehr reizvoll, besonders für Liebhaber von Radtouren, und führt durch die geologisch interessante Übergangszone von der Schwäbischen Alb zu den Mittelgebirgen Spessart und Odenwald. In diesem Teil des triassischen Schwäbisch-Fränkischen Stufenlandes prägen die Keuperberge und die Muschelkalkhochflächen der Hohenloher Ebene mit ihren steil eingeschnittenen Flusstälern die Landschaft.

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Wo immer die Talsohle im oder unter dem Unteren Muschelkalk liegt, also auf dem größten Teil des Flusslaufs ab Langenburg, ist für das Jagsttal eine durch das anstehende Gestein verursachte Dreigliederung der Hänge typisch. Der Untere Muschelkalk ist recht hart und widerständig gegen Erosion, entsprechend gibt es im unteren Hangabschnitt steile Prallhänge, oft waldbestanden, die man lokal als Kleb bezeichnet. Darüber wird der Hang deutlich flacher und meist landwirtschaftlich genutzt; Ursache für den Knick in der Hangkurve ist das Einsetzen des Mittleren Muschelkalkes, der ursprünglich aus wenig erosionsbeständigem Gesteinen bestand, darunter zu beträchtlichen Teilen leicht lösliche Evaporite (Gips, Steinsalz). Das Steinsalz ist vollständig ausgelaugt, Gips und Anhydrit an den Talhängen ebenso. Von dem bei Heilbronn noch 90 bis 95m mächtigen Mittleren Muschelkalk sind hier nur noch 30 bis 40m übrig geblieben. Beim Übergang zum harten, meist stark gebankten Oberen Muschelkalk wird die Hangkurve wieder steiler.

Die Schattenseiten der Hänge sind meist bewaldet, auf den Sonnenseiten sind die zahlreichen Steinriegel prägend, wo Weinbau betrieben wird, vor allem jedoch betrieben wurde. Der Weinbau hatte früher eine wesentlich größere Bedeutung, heute ist er auf wenige Flächen zwischen Dörzbach und Bad Friedrichshall beschränkt, die zur Großlage Kocherberg des Weinbaugebietes Württemberg gehören. Die meisten Weinbauflächen sind terrassiert und nicht flurbereinigt. Durch die Kleinparzellierung und Steilheit ist der Weinbau sehr zurückgegangen, langsam sind auf den aufgelassenen Weinbergen wertvolle Biotope entstanden, die einen großen Teil zu dem erwähnten biologischen Reichtum beitragen.

Diese Biotope entstanden durch den Nutzungswegfall und sind vielerorts durch natürliche Verbuschung und Verwaldung bedroht, vor allem im Landkreis Heilbronn, da dort wenig Landschaftspflege betrieben wird. Roden neu aufwachsenden Buschwerks und Beweidung sind notwendig, um manche Population nachhaltig zu schützen.

Die Auen werden zum größten Teil als Grünland landwirtschaftlich genutzt.

Schutzgebiete

Wegen ihrer besonderen Bedeutung ist die Jagst durch zahlreiche Schutzgebiete geschützt. Mit Ausnahme der Ortslagen und der Abschnitte oberhalb Ellwangens sowie zwischen Marlach und Schöntal verläuft die Jagst vollständig in Landschaftsschutzgebieten. Zwischen Crailsheim und Kirchberg besteht das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Jagsttal mit Seitentälern, das die Tallandschaft vor tiefgreifenden Veränderungen durch Landwirtschaft und Bergbau schützen soll.
Weitere Naturschutzgebiete sind:

  • Stausee Stockmühle bei Lippach, erster Stausee in einem Speicher- und Rückhaltesystem der oberen Jagst und mit seinem Uferbereich sowie den angrenzenden Wiesen und Wäldern ein überregional bedeutendes Rast- und Brutgebiet für zahlreiche gefährdete Vogelarten
  • Vorbecken Buch bei Westhausen, ein durch Ausgleichsmaßnahmen entstandenes Feuchtbiotop direkt oberhalb des Stausees Rainau-Buch
  • Ahorn-Lindenwald bei Hessenau, ein ehemaliger Weinberg und jetzt Mischwald an der Nordflanke des Jagsttals
  • Reiherhalde Morstein bei Kleinforst, eine jahrhundertealte ehemalige Reiherkolonie
  • Reiherhalde bei Bächlingen, eine seit 1996 verlassene Graureiherkolonie am Steilhang gegenüber Bächlingen und Langenburg
  • Riedhölzle und Jagstaue bei Mulfingen. Die Auenlandschaft im in den Muschelkalk eingeschnittenen Jagsttal mit Hangwäldern, Baumgruppen, Hecken und Bachgehölzen ist typisch für das Jagsttal und ein wichtiger Nahrungs- und Brutraum für eine vom Aussterben bedrohte Vogelart
  • Heide am Dünnersberg bei Mulfingen, die Wacholderheide mit Magerrasen und trockenen Hangwiesen ist Standort vieler geschützter Pflanzen- und Tierarten
  • St. Wendel zum Stein bei Dörzbach, bewaldeter Talhang mit Felsbildungen aus Kalktuff
  • Laibachsweinberg – Im Tal – Im Köchlein bei Klepsau, drei Einzelgebiete mit trockenen Steilhängen und vielfältiger Flora und Fauna im Unteren Muschelkalk
  • Wagrain – Lange Wiese – Stegbrühl bei Krautheim-Gommersdorf, Jagstabschnitt mit Altwasser, Prall- und Gleithang, artenreiches Ufergehölz und eschenreicher Sumpfwald, Quellenaustritte am Prallhang
  • Stein gegenüber von Marlach, für das Jagsttal typischer Steilhang im Unteren Muschelkalk, eine eindrucksvolle, stellenweise unzugängliche, fast senkrechte Felswand mit angrenzenden Gebieten.
  • Lache-Felsen-Felsenwiesen bei Schöntal, Felswand mit Quellgebieten und Altwasserzone der Jagst
  • Hohenberg – Setz bei Schöntal, variantenreicher Steilhang im Oberen Muschelkalk mit schafbeweidetem Kalkmagerrasen

Lebewesen

Fauna

Vögel
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Entlang der Jagst finden sich in den Wäldern an den steilen Talhängen mehrere Brutkolonien des Graureihers. Störungen durch den Mensch haben die Vögel immer wieder veranlasst, die Kolonien zu verlegen. Bei Morstein und Bächlingen finden sich inzwischen verlassene Koloniestandorte, die teilweise über mehrere Jahrhunderte genutzt wurden. Der Graureiher ist ziemlich häufig und kann regelmäßig, oft auch in Trupps, beobachtet werden. Noch relativ häufig ist auch die Wasseramsel, die unter Wasser nach Bachflohkrebsen, kleinen Fischchen oder Würmern jagt.

Die Jagst ist ein wichtiges Refugium des Eisvogels, nicht zuletzt da sie ihm die für die Brut nötigen Steilufer bietet. Man hofft, dass von hier aus auch andere Gewässer, an denen die Population zurückgegangen ist, Zuzug erfahren bzw. dass die Art sich wieder ansiedelt, wo die Population ganz geschwunden ist. Auch an manchen Nebenflüssen lebt der Eisvogel, etwa an der Kessach.

Ein Storchenpaar findet sich jedes Jahr zur Brut in Dörzbach ein. Im oberen Jagsttal brüteten 2008 erstmalig nach über 60 Jahren ein Storchenpaar auf einem Kamin in Jagstheim. Die Brut hatte Erfolg, es flogen zwei Jungvögel aus.[23]

Weitere Brutvögel an der Jagst sind Zwergtaucher, Haubentaucher, Schwarzhalstaucher, Höckerschwan, Rostgans, Graugans, Krickente, Knäkente, Löffelente, Reiherente, Wasserralle, Tüpfelsumpfhuhn, Blässhuhn, Flussregenpfeifer, Kiebitz, Bekassine, Gebirgsstelze, Bachstelze, Schlagschwirl, Teichrohrsänger, Beutelmeise, Rohrammer und Flussuferläufer. Ausführlichere Informationen zum Vogelleben an der oberen Jagst gibt Hans Wolf in einem Beitrag in Hans Mattern: Das obere Jagsttal, siehe Literaturhinweise.

Eine nicht unerhebliche Bedeutung für das Vogelleben an der Jagst haben der Stausee Stockmühle und das Hochwasserrückhaltebecken Buch am Oberlauf der Jagst.

An der oberen Jagst sind folgende Vögel, die einst dort brüteten, ausgestorben und bis 2009 nicht wieder eingewandert (in Klammern das Jahr des letzten Nachweises)[24] Schwarzstorch (1886), Tafelente (1849), Fischadler (Brutvogel bei Kirchberg, nach 1849 ausgerottet), Uferschwalbe (2005[!]), Wiesenpieper (1960) und Drosselrohrsänger (1886).

Sehr viele weitere Vogelarten können an der Jagst als Durchzügler angetroffen werden.

Insekten

Eines der beiden Vorkommen der Östlichen Grille in Deutschland befindet sich an den Hängen zwischen Dörzbach und Krautheim. An warmen Junitagen lässt sich dort neben dem Schwalbenschwanz mit etwas Glück und Ausdauer auch der Schmetterlingshaft entdecken. Die vom Aussterben bedrohte Rotflügelige Ödlandschrecke ist hier zu finden.[25] Ein Vorkommen der Kleinen Zangenlibelle[26] befindet sich an der Jagst. Unter den übrigen Libellenarten ist auch die Glänzende Smaragdlibelle hier heimisch.

Säugetiere

Verschiedene Fledermausarten sind im Jagsttal nachgewiesen worden und haben dort ihre Quartiere. Unter anderem sind dies Bechsteinfledermaus[27], Breitflügelfledermaus, Zwergfledermaus und Großes Mausohr.

An der oberen Jagst bei Westhausen[28] sowie am Mittellauf zwischen Langenburg und Mulfingen[29] gibt es offenbar Biber. Wahrscheinlich sind sie aus dem Donaugebiet eingewandert.[30] Im Jahr 2000 wurde ein Tier bei Haßmersheim am Neckar überfahren. Der Ort nur wenige Kilometer unterhalb der Jagstmündung könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Biber die Jagst bereits auf kompletter Länge durchwandert haben.[31]

Reptilien

Die Zauneidechse lebt in den südexponierten Hängen, wo die Steinriegel ihr Unterschlupf gewähren. Die Schlingnatter kommt im Jagsttal vor.[32] Im Fluss kann die Ringelnatter beobachtet werden.

Fische
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Im Sommer 2002 wurden in der Jagst 30530 Fische bei 27 Arten ermittelt. Davon wurden der Sonnenbarsch, der Wels, die Regenbogenforelle, der Zander und der Giebel als standortfremd bewertet. Häufigkeit des Vorkommens der Fischarten: Schneider (42 %), Laube (28 %), Schmerle (8 %), Rotauge (7 %), Gründling (5 %); Döbel, Barbe, Aal, Hasel, Koppe, Rotfeder und Nase zusammen 9 %. Auch sollte erwähnt werden, dass der Hecht in der Jagst heimisch ist.[5]

Im Jahr 2010 begann ein von 16 Fischereivereinen zwischen der Mündung und Langenburg getragener Aktionsplan zur Wiederansiedelung der Äsche. Über einen Zeitraum von vier Jahren sollen zigtausende Jungäschen ausgesetzt werden. Die Kosten, die alleine im Jahr 2010 etwa 7000 Euro betrugen, werden zu 75 % vom Regierungspräsidium Stuttgart getragen. Zur Vorbereitung wurden bereits in den vergangenen Jahren bei Siglingen und Herbolzheim Kiesbänke geschaffen. Die Äsche war ebenso wie der nahe verwandte Lachs noch um 1900 in der Jagst heimisch, bevor aufgrund der eintretenden Gewässerverschmutzung, die hauptsächlich auf zwei Papierfabriken an der Seckach sowie eine Zuckerfabrik in Züttlingen zurückzuführen war, zahlreiche Fischarten in der Jagst ausstarben. Vom Lachs erhofft man sich eine Rückwanderung, sobald die bestehenden Wanderungshindernisse an den Staustufen am unteren Neckar beseitigt sind.[33]

Muscheln

Von den Muschelarten wurden in der Jagst die Große Flussmuschel[34] sowie die Kleine Flussmuschel oder Bachmuschel[35] nachgewiesen. Zumindest an der unteren Jagst können die Gehäuse häufig im Flussbett gefunden werden.

Flora

Das gesamte Einzugsgebiet der Jagst gehört zum Laubwald-Areal. Größere Nadelwaldbestände sind hier grundsätzlich als künstlich einzustufen. Ein Großteil der Wälder ist den „Waldmeister-Buchenwäldern“ (Galio-Fageten) zuzuordnen mit entsprechender Bodenvegetation. Ihrer Häufigkeit wegen soll darauf nicht näher eingegangen werden, es seien wenigstens einige typische Arten genannt: Buschwindröschen, Waldmeister, Großes Hexenkraut, Echter Wurmfarn, Aronstab, oder auch das Gelbe Windröschen. Die Stinkende Nieswurz stößt hier an den östlichen Rand ihres Hauptverbreitungsgebietes.

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An einigen südexponierten Hängen im mittleren und unteren Jagsttal findet sich eine typische, an Trockenheit im Sommer angepasste Flora. Ein paar Beispiele sollen genannt werden: es kommen die Silberdistel, die Golddistel, der Raue Alant, die Gewöhnliche Kuhschelle, die Ästige Graslilie, der Kreuz-Enzian, der Fransenenzian und das Männliche Knabenkraut vor. Als die Orchidee des Jagsttals schlechthin kann das Helm-Knabenkraut gelten,[36] das stellenweise relativ häufig vorkommt, auch diverse Ragwurzen kommen vor, etwa die Hummel-Ragwurz oder die Große Spinnen-Ragwurz, ebenso Bocks-Riemenzungen, die Breitblättrige Stendelwurz oder das Weiße Waldvögelein. Bei Klepsau gibt es ein Vorkommen des Weidenblättrigen Ochsenauges, das ansonsten auf der Schwäbischen Alb recht häufig ist. Etwas häufiger sind der Acker-Wachtelweizen oder der Hirschwurz-Haarstrang. Eine Rarität ist die Flechte Fulgensia fulgens. Insgesamt sind besonders licht-, wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen jedoch etwas seltener als im nahen Taubertal, das manche Rarität beherbergt, die man an Jagst oder Kocher vergeblich sucht.

Eine stattliche Kolonie der Orientalischen Nieswurz hat sich als Neophyt in einem Wald angesiedelt. Vermutlich nicht autochthon ist ein Vorkommen der Frühlings-Knotenblume. Eine Besonderheit ist das Pyrenäen-Löffelkraut. Es hat im Jagsttal die einzigen Standorte im Norden Baden-Württembergs. Im mittleren Jagsttal ist der Gelbe Frauenschuh spätestens Ende der 1980er Jahre ausgestorben, und vermutlich schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Blasse Knabenkraut, das allerdings in der Nähe des Oberlaufs noch einen Standort hat.

Auwaldreste sind an der Jagst nur sehr selten und kleinflächig vorhanden. Die Flussaue wird meist als Grünland genutzt. Uferbegleitende Gehölze sind fast durchgehend und üppig vorhanden, erwartungsgemäß dominieren hier zahllose, sehr schwer zu bestimmende Weiden-Arten sowie deren Hybride, darunter Bruch-Weide, Silberweide, Purpur-Weide, Mandelweide oder Aschweide und außerdem die Schwarzerle. In den Uferzonen ist die unübersehbare Große Brennnessel wohl die häufigste krautige Pflanze. Interessanterweise ist der in starker Ausbreitung begriffene Neophyt Indisches Springkraut, das immer mehr die Uferzonen unserer Flüsse und Bäche dominiert, zumindest an der unteren Jagst noch weniger häufig anzutreffen als an vielen anderen Flüssen.

Direkt am Ufer sind neben zahlreichen anderen Pflanzen beispielsweise Kalmus, die Gelbe Schwertlilie, Rohrglanzgras, Schilf, Bittersüßer Nachtschatten oder Geflügelte Braunwurz zu finden, sehr selten sind Sumpf-Segge und Schlanke Segge.

Der Fluss selbst ist eher arm an sichtbaren Pflanzen. In langsam fließenden Abschnitten wächst die Gelbe Teichrose. An flachen Stellen wächst bis weit in den Fluss hinein die Gewöhnliche Teichbinse. Vermutlich kommt das Kamm-Laichkraut vor, sicher hingegen das Knotige Laichkraut sowie einige andere Laichkraut-Arten. Wenig ist die Kleine Wasserlinse zu finden, selten Quirliges und Ähriges Tausendblatt. Unter zahlreichen weiteren Pflanzen finden sich an der Jagst der Wasserhahnenfuß und Pfeilkraut. Es kommen Algen der Gattung Cladophora sowie die Darmalge Enteromorpha intestinalis vor. An sehr langsamen Abschnitten, zum Beispiel in aufgestauten Bereichen, kann sich ein reiches Flussplankton entwickeln.

Gewässergüte

Biologische Gewässergüte

Hinsichtlich ihrer biologischen Gewässergüte, die ein Gewässer anhand seiner Beeinträchtigung durch biologisch leicht abbaubare Stoffe und den damit verbundenen Sauerstoffmangel bewertet, wird die Jagst fast auf kompletter Länge als „mäßig belastet“ bewertet (Güteklasse II) und unterscheidet sich dadurch nicht von der Mehrheit der größeren Fließgewässer in Baden-Württemberg, wo im Wesentlichen lediglich die Oberläufe von Flüssen und Bächen in den Mittelgebirgen wie dem Schwarzwald oder dem Odenwald sauberer sind.[37]

Chemische Gewässergüte

Die chemische Gewässergüte bewertet ein Fließgewässer anhand seiner Belastung mit Nährstoffen wie Nitrat oder Phosphor sowie anhand der Konzentration von Schwermetallen wie Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber, Nickel, Blei oder Zink in den Sedimenten. An Nitrat ist die Jagst auf der ersten Hälfte des Oberlaufes „unbelastet bis gering belastet“ (I–II), auf ihrem größten Teil „deutlich belastet“ (II–III) und auf ihren letzten Kilometern, etwa ab Züttlingen, „erhöht belastet“ (III). An Phosphor ist die Jagst fast auf kompletter Länge „deutlich belastet“ (II–III). An Schwermetallen ist die Jagst meist „unbelastet bis gering belastet“ (I–II).[38]

Der in der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderte gute Zustand der chemischen Gewässergüte wird von der Jagst nicht erreicht. Das liegt hauptsächlich an dem Herbizid Isoproturon, das in manchen Jahren insbesondere zur Zeit der Anwendung in der Landwirtschaft in der Jagst in stark erhöhter Konzentration auftritt. Dabei werden die entsprechenden Umweltqualitätsnormen überschritten.[39]

Gewässerstruktur

Die Jagst ist ein Fluss der Kulturlandschaft und wird seit Jahrtausenden durch die Anwesenheit des Menschen geprägt. Man könnte sie allenfalls an verschwindend geringen Abschnitten im Mittellauf mit Einschränkung als Wildfluss bezeichnen. Dennoch ist die Struktur des Gewässers, im Vergleich zu anderen, insgesamt recht gut. Gänzlich unverändert sind nur kleine Bereiche zwischen Crailsheim und Kirchberg geblieben (siehe Bilder im Geographieteil). Auf dem größten Teil ihres Laufes folgen gering, mäßig oder deutlich veränderte Abschnitte in schnellem Wechsel aufeinander. Stark oder gar sehr stark verändert sind dagegen nur sehr wenige und kurze Bereiche. Im Oberlauf von der Quelle bis einige Kilometer flussabwärts von Ellwangen jedoch wurde die Jagst teilweise stark begradigt, sie ist auf dieser Strecke, mit wenigen Ausnahmen, sehr stark oder sogar vollständig verändert.[40]

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Von einiger Bedeutung für die Gewässerstruktur sind die Wehre, die es fast im gesamten Verlauf in großer Zahl gibt und die den Fluss oft über Kilometer aufstauen. Auf den letzten 115 Flusskilometern gibt es 34 Querbauwerke und man schätzt, dass etwa die Hälfte der Fließstrecke rückstaugeprägt ist[41]. Dadurch wurden einst schnellfließende Abschnitte und ruhige, tiefe, langsamfließende Abschnitte verwandelt; Kiesbänke, die eine enorme ökologische Bedeutung haben, versanken im Wasser. Entsprechend große Auswirkungen hat der Rückstau auf die dortige Flora und Fauna: Kiesbänke können ihre Funktion als Brut- und Laichhabitat nicht mehr erfüllen, mit ihnen verschwanden auch Pionierstandorte für Pflanzen. Bei langsamen Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen bis zu sechs Metern[42] stellt sich ein schlammiger Gewässergrund ein. Arten wie die Gelbe Teichrose werden begünstigt, Bestände der Teichbinse werden verdrängt. Die rückstaugeprägten Abschnitte änderten sich von der natürlichen Barbenregion zur Brachsenregion [42] (siehe Fischregion).

Datei:Neudenau-jagstaufweitung2009.jpg

Seit einigen Jahren werden zahlreiche Maßnahmen unternommen, um die Auswirkungen der Wehre zu begrenzen. Die Fischaufstieghilfen an den Wehren funktionierten und funktionieren oft nur sehr eingeschränkt. Viele von ihnen wurden bereits durch neue Fischtreppen ersetzt. Außerdem wurde der Fluss stellenweise aufgeweitet, es wurden Laichbiotope, Inseln und Kiesbänke geschaffen. Eines dieser Auenbiotope findet sich bei Herbolzheim, ein anderes seit Ende 2009 in Widdern.

Die Ufer wurden oft durch Blockwurf oder Steinsatz gesichert, besonders unterhalb der Wehre, aber auch andernorts. Diese Eingriffe fallen dem Laien oft nicht auf, da häufig weitgehend unbehandelte Muschelkalkbrocken verwendet wurden und diese meist schnell von der Ufervegetation überwachsen werden. Sie verhindern aber die Seitenerosion und damit das natürliche "Arbeiten" des Flusses. So wird auch die Entstehung von sogenannten "Eisvogelwänden" unterbunden, die freilich nicht nur der Eisvogel benötigt, sondern beispielsweise auch Uferschwalben und Kleinsäuger. Die Gewässerstruktur hatte erheblichen Einfluss auf den im folgenden Unterkapitel behandelten Auenzustand.

Auenzustand

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In dem im Jahr 2009 erstmalig vom Bundesamt für Naturschutz herausgegebenen Auenzustandsbericht,[43] in dem der Verlust von Überschwemmungsflächen sowie der Zustand der rezenten Auen jeweils entlang des linken und rechten Ufers an 79 deutschen Flüssen erfasst wurden, wurden auch die Auen der Jagst zwischen ihrem nördlichsten Punkt bei Krautheim und ihrer Mündung bewertet.

Um den Verlust an Überschwemmungsfläche zu ermitteln, wurde zunächst die morphologische Aue ermittelt, d. h. der Bereich, der von mehr oder weniger regelmäßigen Überflutungen geprägt ist und heute vom Hochwasser erreichbar wäre, wenn keine Hochwasserschutzmaßnahmen bestünden. Schließlich wurde die rezente Aue ermittelt, d. h. jener Teil der morphologischen Aue, der heute noch für Überflutungen bei einem statistischen hundertjährigen Hochwasser erreichbar ist. Daraus errechnet sich der Verlust an Überschwemmungsfläche. Er ist an der Jagst relativ gering, an den meisten Abschnitten liegt er unter 25 %, was der günstigsten Bewertungsklasse entspricht.

Daneben wurde der qualitative Zustand der rezenten Aue bewertet. Von Bedeutung waren dabei ihre Morphodynamik (Auenrelief und Auengewässer), ihre Hydrodynamik (Abfluss und Überflutung) sowie die Vegetation und die Flächennutzung. Außerdem floss nachteilig in die Bewertung ein, wenn ein Abschnitt von Rückstau geprägt ist. Um dem Wert größerer zusammenhängender Auenabschnitte Rechnung zu tragen, wurde für solche Abschnitte ein Bonus für Konnektivität vergeben. Für die Gesamtbewertung wurden schließlich 5 Klassen gebildet, die den Grad der Naturnähe bezeichnen. Bezugspunkt ist dabei der potenziell natürliche, vom Menschen unbeeinflusste Zustand der Aue. Entlang der Jagst wurde der Löwenanteil der Auenabschnitte der Zustandsklasse 3 (deutlich verändert) zugeordnet. Einzelne Abschnitte wurden den Güteklassen 2 (gering verändert) oder 4 (stark verändert) zugeordnet. Der Zustandsklasse 1 (sehr gering verändert) wurde kein Abschnitt zugeordnet, überhaupt lag der Anteil dieser Zustandsklasse an den bewerteten Flüssen deutschlandweit bei unter 1 %. Immerhin wurde an der Jagst kein Abschnitt mit der Zustandsklasse 5 (sehr stark verändert) bewertet, der bundesweit 20 % der bewerteten Auenabschnitte zugeordnet wurden. Jagst, Trebel und Peene sind die einzigen der 79 Flüsse, an denen kein einziger Abschnitt mit der Klasse 5 bewertet wurde. Unter den neun bewerteten Flüssen, an denen Baden-Württemberg Anteil hat (Rhein, Neckar, Donau, Iller, Main, Tauber, Jagst, Kocher und Enz) schneidet die Jagst trotz des nur mäßigen Zustandes ihrer Auen insgesamt am günstigsten ab.

Freizeit

Kanusport

Die Jagst ist bei Kanuten und Kajakfahrern sehr beliebt. Ab Jagstzell gilt sie als Wander- und ab Crailsheim bis etwa Langenburg als (stellenweise mittelschwerer) Wildwasserfluss. Diese Freizeitbeschäftigung kann allerdings recht problematisch sein, da sie vor allem für Tiere, aber auch für Pflanzen, eine massive Störung bedeutet. Zusätzlich gefährdet Bodenkontakt der Boote am Gewässerboden lebende Tiere. Mangelnde Erfahrung der Bootsfahrer und unangepasstes Verhalten verschärfen die Problematik. Daher unterliegen zahlreiche Abschnitte – darunter für Wassersportler sehr interessante und auch die unberührtesten – gerade zur Hochsaison deutlichen Beschränkungen:

  • Landkreis Schwäbisch Hall, von Wehr Crailsheim Heldenmühle (Fluss-km 131,7) bis Wehr Unterregenbach (bei Langenburg, km 91,2), gesperrt jährlich vom 1. Juni bis 15. September. In der übrigen Zeit freiwillige Selbstbeschränkung bei Pegel unter 140 cm (Pegel Elpershofen).
  • Hohenlohekreis, von Wehr Unterregenbach (km 91,2) bis Dörzbach (km 70,2), gesperrt jährlich vom 15. Februar bis 15. September.
  • Hohenlohekreis, gesamte Jagst: Gesperrt bei Pegel unter 40 cm (Pegel Dörzbach). Bei Pegel unter 60 cm (Pegel Dörzbach) darf die Strecke unterhalb der Wehre bis zur Wiedereinmündung Kraftwerkkanal nicht befahren werden.
  • Landkreis Heilbronn, von Fußgängerbrücke Widdern (km 33,7) bis Brücke Möckmühl (km 26,0), gesperrt jährlich vom 15. Februar bis 15. September.
  • Landkreis Heilbronn, von Wehr Neudenau (km 13,2) bis Mündung in den Neckar (km 0,0), gesperrt jährlich vom 15. Februar bis 15. September.
  • Landkreis Heilbronn, gesamte Jagst: Gesperrt bei Pegel unter 100 cm (Pegel Untergriesheim).

Weitere Informationen siehe Weblinks.

Wandern und Radwandern

Weitere beliebte Freizeitbeschäftigungen im Jagsttal sind das Wandern, womit man der Intimität des Jagsttal vielleicht am nächsten kommt. Bekannte Wanderwege sind beispielsweise der Kulturwanderweg Jagst oder die "Pfade der Stille". Auch eine Route des Jakobsweges führt durch das untere Jagsttal (Rothenburg o.T. - Speyer). Ähnlich beliebt ist das Jagsttal für Radwanderer. Von großer Bedeutung ist hierbei der 340 Kilometer lange Kocher-Jagst-Radweg. Er verläuft fast im gesamten Jagsttal, mit Ausnahme des Abschnitts oberhalb von Lauchheim sowie einiger kleiner Abschnitte, an denen es keinen Weg direkt im Tal gibt. Auch mehrere Seitentäler beherbergen ausgeschilderte Radwege, etwa das Kessach-, Schefflenz- oder das Seckachtal. Es bieten sich auch Drei-Flüsse-Touren an (Kocher-Jagst-Tauber und Kocher-Jagst-Bühler).

Angelsport

Eine enorme Bedeutung hat die Jagst für den Angelsport. Angler gehören zu den bedeutendsten Interessengruppen am Fluss. Ihre Rolle dabei ist ambivalent: Einerseits leisten sie einen enormen Beitrag zum Umweltschutz, indem sie den Fluss und die Uferbereiche regelmäßig von Unrat säubern. Des Weiteren übernehmen sie Pflegearbeiten und stellen eine treibende Kraft hinter der Implementierung biotopverbessernder Maßnahmen wie der Anlage von Fischaufstiegshilfen oder von Laichbiotopen dar. Insofern spielen die Angelsportvereine auch aus Sicht des Naturschutzes eine bedeutende Rolle. Andererseits haben Angelsportvereine naturgemäß primär ein anderes Interesse, den Fischfang, und wo dieses Interesse mit jenen des Naturschutzes nicht vereinbar ist, werden letztere klar zurückgestellt. Besonders konkret wird das beim Besatz mit nicht standortgerechten Fischarten oder der Frage nach dem Umgang mit dem Kormoran, die seit Jahren ein leidenschaftlich diskutierter Dauerbrenner ist.

Sehenswürdigkeiten und Bauwerke

Burgen und Schlösser

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Auswahl:

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Historische Städte

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Brücken

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Neben der oben genannten Brücke in Hohebach überspannen zahlreiche weitere steinerne alte Bogenbrücken die Jagst, beispielsweise in Kirchberg (erbaut 1779), in dem Weiler Eichenau, in Oberregenbach bei Langenburg, im Kloster Schöntal, die erste der beiden Brücken in Jagsthausen oder die 1763 erbaute Brücke in Olnhausen.

Im Jagsttal gibt es weiterhin mehrere gedeckte Holzbrücken, eine davon von 1821/22 in Unterregenbach, weitere sind der Ockenauer Steg bei Kirchberg und die Archenbrücke in Bächlingen (Original 1793, im Zweiten Weltkrieg zerstört, 1989/91 wieder aufgebaut).

Andere kulturelle Sehenswürdigkeiten

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Natürliche Sehenswürdigkeiten

Wegen der landschaftlichen Vielfalt und der ästhetischen Reize des Jagsttals sollen hier lediglich besondere Einzelobjekte genannt werden:

Trivia

Einige der in Deutschland gebauten Modelle des Fiat 600 trugen den Namen „NSU Fiat Jagst“.

Flusslauf – Bildergalerie

Anmerkungen

  1. Summe der zur Jagst gehörigen Teilflusswasserkörper nach der Online-Gewässerkarte des LUBW, siehe bei den Weblinks.
  2. 2,0 2,1 Pegeldaten und Abflusswerte der Hochwasservorhersagezentrale der LUBW (Bemessungszeitraum am Pegel Untergriesheim 1980–2003)
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch 2006, Rheingebiet Teil 1. (Bemessungszeitraum am Pegel Untergriesheim 1925–2006)
  4. Dieter Berger: Geographische Namen in Deutschland. 2. Auflage. Dudenverlag, Mannheim (u. a.) 1999. ISBN 3-411-06252-5, S. 157 (Duden-Taschenbücher. Band 25).
  5. 5,0 5,1 Bernhard H. Lott: Die Jagst – von der Quelle bis zur Mündung
  6. Carlheinz Gräter: Hohenloher Weinbrevier. Hohenloher Druck- und Verlagshaus, Gerabronn, Crailsheim, 1974.
  7. Die Längenangaben stammen aus den Angaben der LUBW (Zentraler Kartenserver) mit Ausnahme der Röhlinger Sechta, der Ette und des Hergstbachs (siehe dort)
  8. Hans Mattern: Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach, S. 9.
  9. G. Wagner: Aus der Erd- und Landschaftsgeschichte unserer Heimat. In: Heimatbuch Crailsheim, 1928, S. 1–44.
  10. J. Zander: Hydrogeologische Untersuchungen im Muschelkalk-Karst von Nord-Württemberg (östliche Hohenloher Ebene). Arb. Inst. Geol. Paläont. Univ. Stuttgart N. F. 70, 1973, S. 87–182.
  11. 11,0 11,1 Schriftl. Auskunft Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau des Regierungspräsidiums Freiburg
  12. Mattern: Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach, S. 8–10, 13 f., 120–137.
  13. T. Simon, Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, schriftl. Mitt.
  14. Mattern: Das untere Jagsttal, S. 185.
  15. http://www.gasl.org/refbib/Tieck__23_Novellen_07.pdf, S. 95.
  16. http://www.pfade-der-stille.de/html/jagstbruecke.html, wikipedia: Karl August Friedrich von Duttenhofer
  17. Telefonische Auskunft der LUBW
  18. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Umweltdaten 2009 Baden-Württemberg, S. 116 f.
  19. Hochwasservorhersagezentrale der LUBW http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/
  20. http://www.ikone-online.de/fileadmin/user_upload/hw-ap_neckar/Anlage_2.pdf
  21. Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch 2007, Rheingebiet Teil 1
  22. Datum und Wert wird dem Jahrbuch für 2008 zu entnehmen sein, sobald es erscheint
  23. Hans Mattern: Das obere Jagsttal, S. 206
  24. Hans Wolf: Wasservögel der oberen Jagst, in: Hans Mattern, Das obere Jagsttal, S. 187 f.
  25. http://www.wegpunkt.de/touren/tour_detail.php4?ID=138&UID=
  26. http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/90550/band_73.pdf?command=downloadContent&filename=band_73.pdf&FIS=200
  27. http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50170/inf3030021.html?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50170&MODE=BER&RIGHTMENU=null
  28. http://www.panoramio.com/photo/28633199
  29. http://www.hege-kocher.de/Artikel/jagst_biber.htm
  30. http://www.lnv-goeppingen.de/db261.html
  31. http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50170/inf3030020.html?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50170&MODE=BER&RIGHTMENU=null
  32. http://www.hohenlohekreis-umwelt.de/votexte/lsg/LSG_1.pdf
  33. Fischerei in Baden-Württemberg, Ausgabe Nr. 3 für den September 2010, S. 15
  34. http://www.fachdokumente.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/50090/pabl20014.html?COMMAND=DisplayBericht&FIS=200&OBJECT=50090&MODE=BER&RIGHTMENU=null
  35. PFEIFFER, M (2009): Nachweis von Bachmuscheln (Unio crassus) in der Jagst. Schriften zur Malakozoologie aus dem Haus der Natur. Heft 25. Cismar.
  36. Mattern: Das untere Jagsttal, S. 64.
  37. http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt4/fliessgewaesser/biologie/index.htm
  38. http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt4/fliessgewaesser/chemie/index.htm
  39. Schriftliche Auskunft der LUBW
  40. Zentraler Kartenserver der LUBW, siehe Weblinks.
  41. http://www.fv-heilbronn.de/pressehegekocher.htm
  42. 42,0 42,1 Fischereiliches Hegekonzept Jagst, siehe Weblinks
  43. Der Auenzustandsbericht kann unter http://www.bfn.de/0324_auenzustandsbericht.html eingesehen werden. Er wird auf Anfrage als Broschüre verschickt.

Literatur

  • Hans Mattern: Das obere Jagsttal von der Quelle bis Crailsheim. Baier BPB Verlag, Crailsheim 2009, ISBN 978-3-929233-82-7.
  • Hans Mattern: Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach. Baier BPB Verlag, Crailsheim 1995, ISBN 3-929233-04-5.
  • Hans Mattern: Das untere Jagsttal. Baier BPB Verlag, Crailsheim 2005, ISBN 3-929233-27-4.
  • Bernhard H. Lott: Die Jagst – von der Quelle bis zur Mündung. Swiridoff Verlag, Künzelsau 2000, ISBN 3-934350-25-9.

Film

Weblinks

Commons-logo.svg <Lang> Commons: Jagst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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